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"Macht und Pracht" - Tag des offenen Denkmals 2017

Die Gebäude der alten Genossenschaftszentrale gehören zu den wichtigen Zeugnissen der Stadtgeschichte des 20. Jahr­hunderts. Am Tag des Offenen Denkmals besteht die Möglichkeit, den Ort zu erkunden, an Führungen bis zu den alten Gleis­an­schlüssen teilzunehmen, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen oder sich die Ausstellung über die Genossen­schaftsbewegung im Wuppertal und die Ge­schichte des Ge­bäudes anzuschauen.    

Die Rundgänge in und entlang der ehemaligen Konsumgenossenschaftszentrale beginnen um:

  • 11:00 Uhr 
  • 13:00 Uhr
  • 15:00 Uhr und 
  • 17:00 Uhr

und dauern rund 60 Minuten.

mit Dr. Arno Mersmann, Dr. Salvador Oberhaus u. a.

Für das leibliche ist gesorgt. Es gibt kalte und warme Getränke. Kuchen und Mangbrot.

Mitgliederversammlung und Vortragsveranstaltung

"Beziehungen und Tätigkeiten des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes in Deutschland vor 1933"

Vortragsveranstaltung in der ehemaligen Konsumgenossenschaftszentrale an der Münzstraße mit Jakob Stürmann, Historiker, Kollegiat und Doktorand am Moses Mendelssohn Zentrum der Universität Potsdam und an der FU Berlin.

 

In der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts war der Allgemeine Jüdische Arbeiterbund eine revolutionäre Massenbewegung in Osteuropa. Als Teil der internationalen Arbeiterbewegung unterhielt der Bund in Form von Auslandsdelegationen, privaten Kontakten sowie internationalen Zusammenschlüssen enge Beziehungen zur deutschen Sozialdemokratie. In seinem Vortrag wird er diese Beziehungen sowie hierfür relevante Personen vorstellen. Außerdem geht er der Frage nach, welche Rolle die deutsche Arbeiterbewegung für die osteuropäisch-jüdischen Revolutionäre vor 1933 spielte.

 

Der Vortrag beginnt um 18 Uhr.

Im Anschluss gegen ca. 20 Uhr tagt die Mitgliederversammlung des Fördervereins. 

Mitgliederversammlung des Fördervereins

Mittwoch, 29.03.2017, 20 Uhr 

Alle Mitglieder sind herzlich eingeladen. 

im Veranstaltungsraum des Fördervereins 

Bürger*innen-Dialog. Aufgabe und Einsatz des Jobcenters Wuppertal dabei

Mittwoch, 29.03.2017, 18 Uhr

Bürger*innen-Dialog Aufgabe und Einsatz des Jobcenters Wuppertal dabei

im Veranstaltungsraum des Fördervereins 

Der Gebäudekomplex der alten Konsumgenossenschaft „Vorwärts“

Samstag, 03.11.2017, 14 Uhr mit Dr. Salvador Oberhaus

Erbaut ab 1904 ist er ein eindrucksvolles Denkmal der bergischen In­dus­trie- und Sozialgeschichte. Zugleich sind eindrucksvolle Spuren der Wuppertaler Stadtgeschichte erhalten. Nach Auszug der Konsumgenossenschaft 1931 wurden die Gebäude als Gefangen­enlager der SA (1933-36), als Wehr­machts­ka­serne (1936-1943), als Lebens­mittel­groß­handlung (1943-1953) und als Flüchtlings­lager (1953 -1961) nach der deutschen Spaltung genutzt. Eine allgemeine Führungen durch Gebäude und Ausstellung.

In Kooperation mit Arbeit und Leben

Teilnahmebeitrag 5 Euro, Mitglieder 3 Euro

Radtour von Konsum zu Konsum entlang der Nordbahntrasse

Samstag, 18. 08. 2017, 16 Uhr mit Dr. Arno Mersmann

Wie Perlen an der Kette reihen sich die drei ehemaligen Konsumgenossenschaftszentralen entlang der Rheinischen Eisenbahnstrecke auf – eine Besonderheit, die es in Deutschland kein zweites Mal gibt. Bemerkenswert ist vor allem ihr guter baulicher Erhaltungs-Zustand.  Die Gebäude sind beeindruckende Zeugen einer geschichtlich einzigartigen Selbsthilfebewegung der Arbeiterschaft: „Wir wollen unsere wirtschaftlichen Angelegenheiten in die eigenen Hände nehmen und darin behalten“, war ihr Kredo. 

Treffpunkt: Innenhof der ehemaligen Konsumgenossenschaftszentrale in der Münzstraße 53 

bitte mit Fahrrad und Helm kommen. Dauer ca. 2 Stunden.

Living History - Lebendige Erinnerung an die Nachkriegszeit in Wuppertal (1945-1948)

Samstag, 06.05.2017, 14 bis 18 Uhr

Die Beschaffung von Lebensmitteln wurde nach dem Krieg in den „Hungerjahren“ (1945-1948) für die Wuppertaler Bürger zu einem alles bestimmenden Faktor. Im Umfeld der Münz­straße blühte der Schwarzmarkthandel. Alliierte Soldaten beschützten die in der Genossenschaftszentrale eingerichtete Lebensmittel­großhandlung KOMA (Koch & Mann) vor Plünderungen. Mit Notrezepten versuchte man, was immer essbar war ob Brennessel, Löwenzahn, Eichel oder Buchecker, einigermaßen schmackhaft zuzubereiten. Mit Hilfe einer detailgetreuen Nachstellung dieser Zeit durch die Gruppe „Lebendige Geschichte 1939-1949“ wird dem Besucher die schwierige Lebenssituation in dieser unmittelbaren Nachkriegszeit anschaulich vermittelt.

In Kooperation mit Arbeit und Leben

Der Sedansberg – Wohnreform für Arbeiterfamilien

Samstag, 10.06.2017, 14 Uhr Dr. Arno Mersmann

Der im 19. Jahrhundert fast unbebaute Sedansberg diente als vielfältiges Versuchsgelände für neue Wohnformen und Wohn­ideale für Arbeiterfamilien. Beteiligt war die Stadt Barmen, Wohnungsgenossenschaften, die Konsum­genos­sen­schaft und bereits ab 1872 die „Barmer Baugesellschaft für Arbeiter­wohnun­gen“. Statt Mietskasernen sollten auch Ar­beiter­fami­lien „Licht, Luft und Sonne“ und bisher unge­wohnten Kom­fort genießen können.

Führung in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Wuppertal sowie Arbeit und Leben.

Treffpunkt: Sedanstraße 61, Haltestelle Buslinie 628

Teilnahmebeitrag 5 Euro, Mitglieder 3 Euro

Erinnerungsort an den Nationalsozialismus Krieg und Nachkriegszeit

Samstag, 04.03.2017, 15 Uhr mit Falk Paysen

Die vormalige Genossenschaftszentrale „Vorwärts“ an der Münz­straße wurde 1933 als SA-Kaserne ausgebaut. Von hier aus wurde der Terror gegen die politischen Gegner organisiert. Die Kellergewölbe dienten schon vor Einrichtung des KZ Kemna als Gefängnis für politische Gefangene. Später wurden die Gebäude von anderen NS-Organisationen und der Reichswehr genutzt. Während des Krieges war hier erneut eine Zentrale Verteilungsstelle für die knappen Lebensmittel (Lebensmittel­groß­handel KOMA). Nach dem Krieg dienten die Räumlich­keiten als Auffanglager für Flüchtlinge. Die Führung durch die Genossenschaftszentrale wird zu einer Zeitreise durch die NS- und die Nach­kriegsgeschichte in Wuppertal.

In Kooperation mit Arbeit und Leben

Teilnahmebeitrag 5 Euro, Mitglieder 3 Euro

Tag des offenen Denkmals 2017

Sonntag, 10. 09. 2017, 10 Uhr bis 18 Uhr

Die Gebäude der alten Genossenschaftszentrale gehören zu den wichtigen Zeugnissen der Stadtgeschichte des 20. Jahr­hunderts. Am Tag des Offenen Denkmals besteht die Möglichkeit, den Ort zu erkunden, an Führungen bis zu den alten Gleis­an­schlüssen teilzunehmen, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen oder sich die Ausstellung über die Genossen­schaftsbewegung im Wuppertal und die Ge­schichte des Ge­bäudes anzuschauen.    

Rundgänge in und entlang der ehemaligen Konsumgenossenschaftszentrale. Die Rundgänge beginnen um:

  • 11 Uhr
  • 13 Uhr
  • 15 Uhr und 
  • 17 Uhr

Ein Besuch der Dauerausstelung ist bis 17 Uhr möglich.

Mit Dr. Arno Mersmann, Dr. Salvador Oberhaus, Heide Köhler, Wolfgang Ebert u. a.

Ausstellung: "Spanien war ihre Hoffnung" - Lebensgeschichten Wuppertaler Spanienkämpfer

25. Oktober bis 22. November 2016

"Spanien war ihre Hoffnung" - Lebensgeschichten Wuppertaler Spanienkämpfer

Ausstellung und Begleitprogramm in der ehemaligen Konsumgenossenschaft Vorwärts – Münzstraße 

in der Zeit vom 25. Oktober bis 22. November 2016

in der Münzstraße 53. 42281 Wuppertal (erreichbar auch über die Nordbahntrasse Bhf Heubruch)

VeranstalterInnen: Verein zur Erforschung der sozialen Bewegungen im Wuppertal e.V. in Kooperation mit dem Förderverein Münzstraße e.V. , dem Regionalbüro Arbeit und Leben DGB/VHS Berg-Mark. Gefördert von der Landeszentrale für politische Bildung NRW und der Rosa Luxemburg Stiftung NRW

Programm

  • 25. Oktober, 19 Uhr: Ausstellungseröffnung: Vortrag:  „Spanien war ihre Hoffnung“ - Lebensgeschichten Wuppertaler Spanienkämpfer mit Dr. Dieter Nelles und Uli Klan (Musik)
  • 26. Oktober, 17 Uhr: Bahnhof Wuppertal-Steinbeck: Gedenkfeier am 75. Jahrestag der Deportation ins Ghetto Lodz. In Erinnerung an Samuel Zuckermann und die anderen 159 Wuppertaler Juden, die am folgenden Tag über Düsseldorf mit insgesamt 1000 Menschen deportiert wurden.
  • 22. November, 19 Uhr: Veranstaltungsraum in der Münzstraße: Vortrag: Antifranquistischer Kampf und das Erbe des Spanischen Bürgerkrieges mit Dr. Alexandre Froidevaux (Berlin)

Zum Vortrag: "Für die spanische Linke war der Bürgerkrieg ein einschneidendes Ereignis. Sie machte sich verschiedene Geschichtsbilder davon: Revolution versus Konterrevolution, Schlacht gegen den Faschismus, Verteidigung der Republik, Unabhängigkeitskrieg. Die Erinnerungen an die Jahre 1936-1939 prägten ihre Identitäten in den Jahrzehnten danach und halfen bisweilen, Aktivist_innen im Kampf gegen die Franco-Diktatur zu mobilisieren.

Die Traumata, welche die gnadenlose Repression der Sieger_innen erzeugte, und die innerlinken Kämpfe der Bürgerkriegszeit belasteten jedoch den Widerstand gegen die Franco-Diktatur. Gegengeschichten oder Versöhnung? Erinnerungskulturen und Geschichte der spanischen Arbeiterbewegung vom Bürgerkrieg bis zur Transición (1936-1982). Heidelberg, Verlag Graswurzelrevolution, 2015."
Dr. Alexandre Froidevaux hat in Freiburg und Valencia Geschichte und Romanistik studiert. Er ist Mitglied im Gesprächskreis Geschichte der Rosa-Luxemburg-Stiftung und lebt in Berlin.

 

Spielfilme zum Spanischen Bürgerkrieg

  • 1.11.2016 20:00 Uhr Jäger 90 Wuppertal-Wichlinghausen - Bartholomäusstraße 25: Fünf Patronenhülsen, DEFA-Kriegsdrama (1960) von Frank Beyer. Drehbuch vom Wuppertaler Spanienkämpfer Walter Gorrish.
  • 5.11.2016 19:00 Uhr Am langen Handok Wuppertal-Elberfeld Marienstr. 49: Tierra y Libertad – Land and Freedom, Spielfilm von Ken Loach

 

Zur Ausstellung:

Rund 40.000 internationale Freiwillige kämpften in den Milizen und den Internationalen Brigaden oder als JournalistInnen und PropagandistInnen auf Seiten der Republik. Darunter waren rund 9.800 Franzosen/Französinnen, 4.000 ItalienerInnen, 4.000 PolInnen, 3.000 Deutsche, 2.700 US-AmerikanerInnen und 2000 BritInnen.

Wenn deren Engagement auch heute noch weltweit nachwirkt, hat dies auch mit der literarischen und künstlerischen Verarbeitung zu tun. Es gibt vermutlich kein anderes historisches Ereignis neben dem Spanischen Bürgerkrieg, an dem Intellektuelle und SchriftstellerInnen so stark engagiert waren und als SoldatInnen gekämpft haben.
George Orwell kämpfte in einer Miliz des POUM,André Malraux organisierte eine Fliegerstaffel, Gustav Regler war politischer Kommissar, Carl Einstein kämpfte in der Columna Durruti.
Groß war die Zahl der JournalistInnen, die Spanien während des Bürgerkrieges bereisten
und hofften, durch ihr Engagement die Spanischen Republik zu unterstützen. Dabei verschmolzen
tendenziell die Grenzen zwischen Berichterstattung und aktiver Teilnahme. So belieferte Gerta Taro mit ihrem damaligen Lebensgefährten Robert Capa die Welt mit sensationellen Fotografien vom Krieg in Spanien. Sie, die später selbst während der Schlacht um Brunete starb, soll gesagt haben: «Wenn man bedenkt, wie viele großartige Menschen, die wir kennen, allein in dieser Offensive umgekommen sind, kommt einem der absurde Gedanke, dass es irgendwie unfair ist, noch am Leben zu sein.»

Aus Wuppertal zogen 45 Freiwillige nach Spanien. Elf kehrten nicht zurück, sieben starben an der Front in Spanien. Ihre Biographien sind so unterschiedlich wie die damalige Wuppertaler Linke.
Unter ihnen waren überzeugte Parteikommunisten wie der spätere DDR-Innenminister Friedrich Dickel oder der KPD-Bundestagsabgeordnete Walter Vesper, Anarchosyndikalisten wie Helmut Kirschey und Fritz Benner, der Sozialdemokrat Georg Karrenberg oder KPD-Mitglieder wie Arthur Gießwein, der sich im Internierungslager Gurs der antistalinistischen 9. Kompanie anschloss.
Die Mehrheit der Wuppertaler Freiwilligen kämpfte in den Internationalen Brigaden an. Fünf Freiwillige kämpften in der anarchistischen Miliz Columna Durruti.

Nach dem Ende des Spanischen Bürgerkrieges waren die Freiwilligen buchstäblich über die ganze Welt verteilt. In Frankreich wurden sie unter lebensbedrohlichen Bedingungen zunächst in Internierungslagern wie Gurs eingesperrt. Bei Kriegsbeginn wurde ihnen von der französischen Regierung das Angebot gemacht, in die französische Fremdenlegion einzutreten. Die meisten KPD-Anhänger weigerten sich, sie lehnten auch in ihrer Mehrheit den Dienst in einer (zivilen) Arbeitskompanie ab. Die Anhänger der KPD setzten zum Teil auf die neuen Bündnisverhältnisse nach dem Hitler-Stalin-Pakt und folgten wie Otto Gilde nach der deutschen Besetzung Frankreichs der Direktive der KPD-Zentrale „freiwillig“ nach Deutschland zurückzukehren. Die meisten Rückkehrer wurden bis zum Kriegsende in Konzentrationslager eingesperrt.
Acht Wuppertaler Spanienkämpfer blieben in Frankreich und schlossen sich der Résistance an. Helmut Kirschey und Fritz Benner retteten sich nach Schweden. Rudolf Zuckermann gelangte nach Mexiko. Carl Coutelle arbeitete als Arzt für das Chinesische Rote Kreuz auf Seiten der Armee von Chiang Kai-shek in Südchina und Britisch-Indien. Hans Schubert und Friedrich Dickel wurden bereits im April 1937 aus Spanien abgezogen und gingen nach einer Agentenausbildung bei Moskau zum Einsatz nach Shanghai. Der Brigadekommissar der XI. Internationalen Brigade (IB) Eugen Schwebinghaus wurde am 23. April 1943 in Amsterdam verhaftet, vom Volksgerichtshof zum Tode verurteilt und am 24. August 1944 im Gefängnis Bruchsal hingerichtet. Artur Dorf, der zeitweise Politkommissar XI. IB und Kommandeur des Etkar André Bataillons war, fiel in Ungnade und wurde degradiert. Er kämpfte nach seiner Internierung in Frankreich und Nordafrika 1943/1944 in einer Sondereinheit des amerikanischen Geheimdienst OSS, die sich auf einen Fallschirmspringereinsatz in Italien vorbereitete. Walter Vesper kämpfte er in der französischen Résistance und war an dem spektakulären Gefängnisausbruch in Castrés beteiligt.

Einige der kommunistischen Spanienkämpfer machten später in der DDR erstaunliche Karrieren. Friedrich Dickel wurde Innenminister der DDR, Walter Vesper wurde nach seiner Übersiedlung in die DDR deren Botschafter in Ungarn und in der ČSSR. Der jüdische Spanienkämpfer und Kardiologe Rudolf Zuckermann hingegen, der trotz Warnungen 1953 aus dem mexikanischen Exil in die DDR ging, geriet in die stalinistische Kampagne der SED gegen sog. Westemigranten und Juden und wurde direkt nach seiner Einreise verhaftet. Zuckermann wurde später rehabilitiert und blieb in der DDR. Erst spät erhielt er eine Professur mit Lehrauftrag für Kardiologie an der Universität Halle.
Die große Hoffnung der (Wuppertaler) SpanienkämpferInnen, Hitler in Spanien zu schlagen, erfüllte sich nicht. Der Spanienkrieg wurde für die gesamte europäische ArbeiterInnenbewegung zu einer bitteren Niederlage in mehrfacher Hinsicht. Zunächst war es natürlich die vollständige militärische Niederlage. Die republikanischen Truppen konnten auf Dauer den von Nazi-Deutschland und Italien massiv unterstützten Franco-Truppen militärisch nicht genug entgegensetzen. Die Nichteinmischungspolitik Frankreichs und anderer Staaten ermöglichten den Durchmarsch von Franco und den endgültigen Sieg über die Spanische Republik.
Hart traf es die Freiwilligen auch, dass sich die Konflikte innerhalb der Linken entgegen aller Einheits- und Volksfronthoffnungen weiter verschärften. Die stalinistischen Säuberungen in der Sowjetunion warfen ihre Schatten auch auf Spanien. Spätestens nach den innerlinken Straßenkämpfen in Barcelona im Mai 1937 setzte eine Hatz auf Anarchisten, auf die linkssozialistische POUM und auf andere vermeintliche Trotzkisten ein. Der sowjetische Geheimdienst NKWD ließ in Zusammenarbeit mit dem republikanischen militärischen Geheimdienst SIM und den Abwehrleuten der KPD sog. feindliche Elemente verhaften und in nicht geringer Zahl in Geheimgefängnisse verschleppen.
Trotzdem hat der Kampf auf Seiten der Spanischen Republik auch 80 Jahre später (nicht nur) für die Beteiligten von damals einen herausragenden Platz in ihrer Geschichte. Dazu schrieb der Historiker Eric Hobsbawm:

„Was Spanien für Liberale und Linke in den dreißiger Jahren bedeutete, scheint heute nur noch schwer feststellbar. Doch für viele von ihnen, die überleben konnten und heute alle in biblischem Alter sind, scheint die Verteidigung ihrer Sache in diesem Land selbst rückblickend betrachtet die einzige politische Tat gewesen zu sein, die ihre Gültigkeit bewahrt hat. (…) Damals lief für alle, die gegen den Faschismus kämpften, die entscheidende Front in Spanien. Denn es war nicht nur die einzige Front, die sich zweieinhalb Jahre lang hinzog, sondern es war auch der einzige Kampf, an dem sie als Individuen teilnehmen konnten – wenn nicht in Uniform, dann durch das Sammeln von Geldspenden, durch die Hilfe für Flüchtlinge oder durch endlose Kampagnen, um die eigenen Regierungen unter Druck zu setzen.“

 

Öffnungszeiten: 

28. Oktober17:00 bis 19:00
31. Oktober17:00 bis 19:00
2. November17:00 bis 19:00
3. November17:00 bis 19:00
4. November17:00 bis 19:00
5. November13:00 bis 18:00
6. November13:00 bis 18:00
7. November 17:00 bis 19:00
11. November17:00 bis 19:00
15. November17:00 bis 19:00
18.November17:00 bis 19:00
19.Novembver13:00 bis 18:00
20. November13:00 bis 18:00

 

 

 

 

Fahrradtour zu vier Standorten der Konsumgenossenschaft „Vorwärts-Befreiung“

Sonntag, 21.08.2016, 14 Uhr Falk Paysen

 

Beginn der Tour wird die Zentrale von „Vorwärts“ an der Münz­straße in Barmen sein, danach führt der Weg an der neuen Zentrale Clausen vorbei, dieses ehemals größte Genossenschaftsgebäude Deutschlands wurde ab 1931 genutzt und galt als „Sinnbild blühender genossen­schaftlicher Lebens­kraft“. Außerdem liegt die Genossenschaftszentrale der „Befreiung“ an der Bayreuther Straße an der Strecke. Bevor das Ziel, die ehe­malige Dampfbäckerei in Velbert an der Friedrichstraße, einst Sitz der Genossenschaft „Haushalt“, erreicht wird, sind einige historische Zeugnisse der Kalk­industrie zu sehen, so zwei Kalktrichteröfen, eine aktive und eine renaturierte Grube sowie Beispiele für die sozialen Folgen. Die Tour ist ca. 31 km lang, verläuft größtenteils über frühere Bahntrassen mit geringen Steigungen und wird ungefähr vier Stunden dauern. Die Rückfahrt kann mit der S9 ab Neviges erfolgen. Bitte ver­kehrssicheres Fahrrad und Helm mitbringen. Dauer ca. 4Std.

 

Teilnahmebeitrag 10 Euro, Mitglieder 8 Euro

 

Tag des offenen Denkmals „Gemeinsam Denkmale erhalten“

 

Sonntag, 11.09.2016

Die Gebäude der alten Genossenschaftszentrale gehören zu den wichtigen Zeugnissen der Stadtgeschichte des 20. Jahr­hunderts. Am Tag des Offenen Denkmals besteht die Möglichkeit, den Ort zu erkunden, an Führungen bis zu den alten Gleis­an­schlüssen teilzunehmen, mit Zeitzeugen ins Gespräch zu kommen oder sich die Ausstellung über die Genossen­schaftsbewegung im Wuppertal und die Ge­schichte des Ge­bäudes in der Zeit des National­sozia­lismus und der Nach­kriegszeit anzuschauen.

 

Führungen: 11, 13, 15 und 17 Uhr

Ausstellung und Café: 13 bis 17 Uhr

Kostenfreie Besichtigungen und Führungen

Der Sedansberg – Wohnreform für Arbeiterfamilien

Samstag, 04.06.2016, 14 Uhr Dr. Arno Mersmann

 

Der im 19. Jahrhundert fast unbebaute Sedansberg diente als vielfältiges Versuchsgelände für neue Wohnformen und Wohn­ideale für Arbeiterfamilien. Beteiligt war die Stadt Barmen, Wohnungsgenossenschaften, die Konsum­genos­sen­schaft und bereits ab 1872 die „Barmer Baugesellschaft für Arbeiter­wohnun­gen“. Statt Mietskasernen sollten auch Ar­beiter­fami­lien „Licht, Luft und Sonne“ und bisher unge­wohnten Kom­fort genießen können.

 

Führung in Kooperation mit der Geschichtswerkstatt Wuppertal.

 

Treffpunkt: Sedanstraße 61, Haltestelle Buslinie 628

 

Teilnahmebeitrag 5 Euro, Mitglieder 3 Euro

 

Widerstandskämpfer gegen den Nationalsozialismus. – Das frühe Konzentrationslager Kemna

Mittwoch, 31. 08. 2016, 19.30 Uhr Dr. David Mintert

 

Im Juni 1933 wurde ich durch SA verhaftet und zur SA-Kaserne Münzstraße gebracht, dort selbst wurde ich aufs schwerste misshandelt. 8 Tage später wurde ich mit noch einigen Verhafteten zum neu errichteten Konzentrationslager in der Kemna gebracht.“

Dieses Zitat eines Opfers der damaligen SA-Gewalt zeigt, dass die ehemaligen Zentrale der Konsumgenossenschaft in der Münzstraße unmittelbar mit der Frühphase des KZ Kemna verbunden ist.

Der Vortrag wird diese Verbindung aufgreifen und die Funktion des Lagers bei der Machtdurchsetzung des NS-Regimes erläutern.

Außerdem soll an den ehemaligen Kemna-Häftling Friedrich Senger erinnert werden. Senger lebte am Sedansberg, gehörte dem Widerstand gegen die Nazis an und starb in Haft am 3. August 1936, seinem 50. Geburtstag.

 

Teilnahmebeitrag 5 Euro, Mitglieder 3 Euro


Living History - Lebendige Erinnerung an die Nachkriegszeit in Wuppertal (1945-1948)

Samstag, 07.05.2016, 14 bis 18 Uhr

 

Die Beschaffung von Lebensmitteln wurde nach dem Krieg in den „Hungerjahren“ (1945-1948) für die Wuppertaler Bürger zu einem alles bestimmenden Faktor. Im Umfeld der Münz­straße blühte der Schwarzmarkthandel. Alliierte Soldaten beschützten die in der Genossenschaftszentrale eingerichtete Lebensmittel­großhandlung KOMA (Koch & Mann) vor Plünderungen. Mit Notrezepten versuchte man, was immer essbar war Brennessel, Löwenzahn, Eichel oder Buchecker, einigermaßen schmackhaft zuzubereiten. Mit Hilfe einer detailgetreuen Nachstellung dieser Zeit durch die Gruppe „Lebendige Geschichte 1939-1949“ wird dem Besucher die schwierige Lebenssituation in dieser unmittelbaren Nachkriegszeit anschaulich vermittelt.

 

Eintritt: frei

 

Vortrag und Präsentation Per Anhalter und Powerpoint durch die Genossenschafts-Galaxis

Dienstag, 31.05. 2016, 19 Uhr Dr. Arno Mersmann

 

Aus der Zeit, als „Schönschrift“ noch zur Ausbildung eines Buch­halters gehörte; als saure Gurken noch frisch aus dem Fass verkauft wurden; als das Lächeln auf Fotos noch als unseriös galt; als Genos­sen­schaften ganze Stadtteile bauten, um diese selbst zu verwalten, erzählt die mittlerweile um­fang­reiche Sammlung unseres Archivs für Genossen­schaftskultur.

 

Teilnahmebeitrag 3 Euro, Mitglieder frei


„Liebe im Feuer“ – Lieder und Texte verbrannter Dichter

Mittwoch 09.03.2016, 19.30 Uhr

 

Viele deutsche Autoren und Komponisten bekamen nach der Machtergreifung 1933 die Verfolgung der Nazis schon nach kurzer Zeit zu spüren. Sie waren Juden, Sozialdemokraten, Kommunisten, kritische Zeitgenossen. Wer schnell entschlos­sen war, Glück hatte oder gute Freunde, schaffte es noch rechtzeitig ins Exil. Die Werke dieser Künstler aber wurden sofort verboten und noch im gleichen Jahr auf den öffent­lichen Bücherverbrennungen der Nazis ins Feuer geworfen.

Was für außerordentliche literarische und musikalische Schätze damals den Flammen übergeben wurden, stellen Andreas Bialas (Rezitation) und Ulla Krah (Gesang) vor. Begleitet von den Musikern des Ensembles „Meschuggene Mischpoche“ (Tatjana Lesko und Andreas Kneip) gestalten sie in ihrem Abend „Liebe im Feuer“ Liebeslieder und –gedichte von Tucholsky bis Brecht, von Lasker-Schüler bis Hollaender und spielen dabei gekonnt mit allen Registern ihrer Kunst.

 

Karten 10 € / Mitgl. 8€ an den Ausstellungsterminen am 3.+7.02. /2.+ 6.03. sowie heide.koehler@t-online.de


 

Erinnerungsort an den Nationalsozialismus Krieg und Nachkriegszeit

Samstag, 05.03.2016, 15 Uhr Dr. Salvador Oberhaus

 

Die vormalige Genossenschaftszentrale „Vorwärts“ an der Münz­straße wurde 1933 als SA-Kaserne ausgebaut. Von hier aus wurde der Terror gegen die politischen Gegner organisiert. Die Kellergewölbe dienten schon vor Einrichtung des KZ Kemna als Gefängnis für politische Gefangene. Später wurden die Gebäude von anderen NS-Organisationen und der Reichswehr genutzt. Während des Krieges war hier erneut eine Zentrale Verteilungsstelle für die knappen Lebensmittel (Lebensmittel­groß­handel KOMA). Nach dem Krieg dienten die Räumlich­keiten als Auffanglager für Flüchtlinge. Die Führung durch die Genossenschaftszentrale wird zu einer Zeitreise durch die NS- und die Nach­kriegsgeschichte in Wuppertal.


Teilnahmebeitrag 5 Euro, Mitglieder 3 Euro

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